Auf Kennenlernkurs: Das VHH-Schülerpraktikum

Regelmäßig melden sich interessierte Schülerinnen und Schüler bei uns und fragen, ob sie auf unseren VHH-Betriebshöfen ein Praktikum absolvieren können. Wir können leider nur sehr wenige Schülerpraktika anbieten, freuen uns aber immer, wenn wir es irgendwie möglich machen können. Doch was erwartet Schülerpraktikanten bei der VHH?

Für diejenigen, die sich fragen, wie ein Praktikum bei der VHH aussehen kann, haben wir unseren Praktikanten Jimmy gebeten, seine Erfahrungen hier im Blog zu teilen.

Schülerpraktikant Jimmy an seinem Arbeitsplatz während seiner Station im VHH-Marketing
Schülerpraktikant Jimmy an seinem Arbeitsplatz während seiner Station im VHH-Marketing

Das ist Jimmys Praktikumsbericht:

„Ich hab mir dieses Unternehmen, für mein zweiwöchiges Praktikum ausgesucht, da ich mich schon immer dafür interessiert habe, was alles hinter dem Busfahren steckt und was man alles braucht um so ein Unternehmen zu führen. Da ich von Freunden immer hörte, wie toll Busfahren sei, hab ich mich entschlossen mich bei diesem Unternehmen zu bewerben.

Mein erster Praktikumstag begann um 9:00 Uhr in der Personalabteilung. Ich erstellte mit meiner Betreuerin eine Personalakte für einen Auszubildenden, der hier in diesem Betrieb anfangen möchte. Am Nachmittag nach meiner Pause schaute ich den Mitarbeitern aus der Leitstelle zu und erfuhr, was sie zu tun hatten. Auf den 2 riesigen Schreibtischen standen je 6 Monitore, die die Mitarbeiter brauchten. Sie gaben den Busfahrern per Funk immer Neuigkeiten und Informationen, damit sie jederzeit auf dem neuesten Stand sind, um rechtzeitig bei Baustellen oder Stau eine Umleitung fahren zu können. Die Leitstelle hat aber auch immer V-Wagen zur Verfügung. V-Wagen sind Bereitschaftswagen, die die Fahrt des Kollegen aufnehmen, falls dieser ausfällt.

Am nächsten Tag begann ich um 8:30 Uhr im Kundenservice, der sich direkt neben der Leitstelle befindet. Hier verstaut man die Fundsachen, die die Busfahrer hier nach Schichtende abgegeben haben. Teilweise finden die Busfahrer Fahrräder aber auch einige Kinderwagen. Der Kundenservice berät auch Kunden, die anrufen und nach Tarifen und Abfahrtszeiten fragen. Hier gehen aber auch Beschwerden ein, die die Mitarbeiter bearbeiten oder an die Fachabteilung weiterleiten.

Mein dritter Praktikumstag fing im Nebengebäude an, wo die Mitarbeiter die Borddrucker reparieren. Aber 2 von denen waren auch zuständig für die Erlebnistage bei der VHH. Denn ich fuhr mit meinem Betreuer zu einer Schule und holten eine Klasse mit dem Schulbus ab. Wir fuhren wieder zurück zum Betrieb und gingen in den Filmraum und zeigten den Kindern per Beamer Bilder, wo sie erraten sollten, was auf diesen zu sehen war. Danach schauten wir uns einen Film über das richtige Verhalten im Bus an. Schließlich gingen wir raus zu den Bussen und machten mit einem Bus einen Vollbremstest, was den Kindern Spaß machte. Am Ende durfte noch jeder einmal selber hinter dem großen Lenkrad sitzen und eine Runde fahren, so wie ein echter Busfahrer. Als alle dann eine Runde gedreht haben und wir die Kinder wieder zur Schule brachten, durfte ich auf dem Gelände meine Runden mit dem Bus drehen. Damit beendete ich meinen dritten Tag.

Am vierten Tag war ich wieder in der Personalabteilung, da die Fahrscheinprüfer nicht anwesend waren. Ich erstellte eine Tabelle und vervollständigte sie mit Daten. Ich sollte zu der Personalabrechnung gehen um mir weiter Daten geben zu lassen. Am späten Nachmittag um 18:00 Uhr, fuhr ich mit den Mitarbeitern des Fahrscheindienstes Shuttle-Bus. Wir fuhren die HSV-Fans von Othmarschen zum Stadion, durften dann auch ins Stadion und uns das Spiel anschauen. Danach fuhren wir die Fans auch wieder zurück und hatten 15 Gelenkbusse, die im Einsatz waren.

An meinem fünften Tag bin ich mit einem Busfahrer mitgefahren, um zu sehen was er zu tun hat. Er muss auf viele Dinge während der Fahrt achten, aber auch vor und nach seinem Dienst. Er muss sich morgens anmelden, seinen Plan ausdrucken und seinen Geldwechsler aus dem Spint holen und den Bus nach Schäden kontrollieren, die er melden muss. Nach seinem Dienst muss er Abrechnen, den Bus abstellen, sich abmelden, Geld einzahlen und noch weiteres.

Teilweise ist man im Praktikum mit den Funkwagenfahrern unterwegs
Teilweise ist man im Praktikum mit den Funkwagenfahrern unterwegs

In der zweiten Woche war ich mit dem Funkwagen unterwegs. Er hat die Aufgabe, den Busfahrern zu helfen, wenn Probleme auftreten sollten. Wir fuhren an Baustellen vorbei um zu gucken, wie weit sie sind und ob es evtl. Verzögerungen gibt, er fährt aber auch die Umleitungen lang, um zu sehen ob genug Platz für den Bus ist. Falls da kein Platz ist zum durchfahren, z.B. durch Falschparker, ruft er die Polizei, die dem Auto einen Strafzettel geben oder im Notfall sogar abschleppen lassen. Er fuhr mit mir aber auch an Bushaltestellen vorbei, um zu sehen ob Graffiti auf den Fahrplänen ist, um diese zu bereinigen, damit die Fahrgäste den Fahrplan wieder sehen können. Als wir dann Richtung Othmarschen fuhren, sahen wir einen Bus, der sich ziemlich komisch anhörte und den wir in Othmarschen auch aufgehalten haben, um mal in den Motorraum zu sehen. Den Bus schickten wir nach kurzen Telefonaten zurück zum Betrieb. Anderen Bussen mussten wir Kühlwaser nachfüllen.

Die nächsten zwei Tage war ich in der Diensteinteilung, wo ich viele Informationen erhielt. In der kurzfristigen Dienteinteilung vergab der Mitarbeiter den freien Busfahrern einen Plan, aber musste auch auf die nächste Wochen achten, da es Ruhetage gibt. Der Mitarbeiter muss aber auch schauen, dass der Busfahrer zwischen dem letzten und dem neuen Plan mindestens 11 Stunden Ruhe hat, da das sonst ein Verstoß wäre. Jeder Mitarbeiter (Busfahrer) muss die Grundstunden im Monat geleistet haben, darf aber nicht über eine abgestimmte Stundenanzahl fahren. Die langfristige Diensteinteilung ist für vieles zuständig. Die Einteiler planen für jeden einzelnen den Urlaub und freie Tage ein. Sie haben eine Tabelle mit allen Busfahrern, in den jeweiligen Gruppen erstellt. Die beiden Diensteinteiler planen aber auch den Schienenersatzverkehr oder die Mehrwertleistungen der jeweiligen Mitarbeiter.

An den letzten beiden Tagen meines Praktikums war ich in der Marketingabteilung, die sich unter anderem auch um die Publikationen kümmert. Sie gestalten die Werbungen am Bus mit einer Agentur. Sie vertreten das Unternehmen in Sozialen Netzwerken, z.B. Facebook. In den neuen Bussen haben sie TFT-Monitore oder auch die Bücherregale anbauen lassen. Für die Mitarbeiter schreiben sie intern aktuelle Informationsblätter. Aber auch die Projekte wie die Premiumlinie 3 oder die E-Mobilität leiten unter anderem auch die Mitarbeiter des Marketings.

Während meiner Praktikumszeit im Betrieb der VHH lernte ich ein umfangreiches Gebiet des Betriebes kennen. Ich lernte viel dazu, auch was man im Marketing macht oder auch wie es in einer Diensteinteilung abläuft. Ich persönlich fand dieses Praktikum sehr lehrreich und auf einer anderen Seite hatte es auch Spaß gemacht.“

Jimmy


Für 2015 sind leider bei uns alle Schülerpraktika-Stellen schon vergeben. Wer trotzdem noch in diesem Jahr einen kleinen Einblick in die verschiedenen Bereiche bei der VHH bekommen möchte, sollte sich den Girls’Day vormerken.

Die VHH beteiligt sich jedes Jahr am Girls’Day, bei dem es darum geht, dass Mädchen in „typische Jungsberufe“ hineinschnuppern. Da die VHH als Verkehrsunternehmen viele Berufe anbietet, die eher als Männerberufe gesehen werden, wollen wir an dem Tag besonders Mädchen dazu einladen, die VHH kennenzulernen. Natürlich sind aber auch Jungs willkommen!

Sobald man sich bei uns für den nächsten Girls’Day bewerben kann, teilen wir euch alle Bewerbungsinformationen auf unserer Internetseite und auf unserer Facebook-Seite mit. Der Tag findet das nächste Mal am 23. April 2015 statt.

Eure Angelika

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