Sturmflut – Für den Ernstfall gerüstet

Hamburg ist die Stadt am Wasser. Dort lässt es sich gut leben und arbeiten. Viele Hamburgerinnen und Hamburger sprechen daher auch – ganz ohne Übertreibung natürlich ! – von der schönsten Stadt der Welt. Doch das Leben am Wasser kann nicht nur schön, sondern manchmal auch rauh sein. Insbesondere in den Herbst- und Wintermonaten, denn dann ist in Hamburg Sturmflut-Saison!
Wenn bei lang anhaltendem Sturm aus West das Wasser aus der Elbe nicht abfliessen kann und mit der nächsten Flut weiteres Wasser in die Elbe drückt, dann steigt der Wasserpegel schon erheblich an.

Für den Fall, dass das Landgebiet im Falle einer Sturmflut evakuiert werden muss, sind ausgesuchte Haltestellen zugleich Sammelstellen bei Sturmflut

Für den Fall, dass das Landgebiet im Falle einer Sturmflut evakuiert werden muss, sind ausgesuchte Haltestellen zugleich Sammelstellen bei Sturmflut

Heutzutage auf alles vorbereitet

Nach der schweren Sturmflut 1962, bei der die Deiche brachen und viele hunderte Tote zu beklagen waren, hat die Stadt viel in den Hochwasserschutz investiert. Die Deiche wurden ausgebaut und erhöht. Permanent wird die Sicherheit der Deichanlagen und Absperrmaßnahmen überprüft und verbessert. Neben baulichen Maßnahmen, die Hamburg vor Überflutung schützen sollen, gibt es für den Ernstfall – also im Falle eines Deichbruchs – weitere Institutionen und Maßnahmen, die für die Sicherheit der Bevölkerung sorgen. Für die Vier- und Marschlande spielt in dem Fall die VHH eine wichtige Rolle.

Die Vier- und Marschlande sind eine knapp 13.000 Hektar umfassende Landschaft im Südosten Hamburgs, gelegen zwischen Bergedorf und der Elbe und durchzogen von Dove – und Goseelbe. Südlich begrenzt werden die Vier- und Marschlande durch eine Hauptdeichlinie, von Borghorst bis in die Innenstadt entlang der Elbe verläuft.  Bei Sturmflut läuft nicht nur der Hamburger Fischmarkt voll. Auch entlang der Deichlinie staut sich das Wasser. In den letzten Jahrzehnten haben die Deiche den Fluten stets standhalten können. Das wird durch permanenten Ausbau und Pflege der Anlagen auch künftig so bleiben. Trotzdem muss man für alle Fälle gewappnet sein und das ist man in Hamburg auch.

Insgesamt 27 Haltestellen sind als "Sammelstelle bei Sturmflut" gekennzeichnet

Insgesamt 27 Haltestellen sind als „Sammelstelle bei Sturmflut“ gekennzeichnet

Die Sturmflut-Sammelstellen

Wer in den Vier- und Marschlanden auf den Bus wartet, dem sind sie vielleicht schon aufgefallen: Die Rede ist von den Haltestellen mit dem Zusatzschild „Sammelstelle bei Sturmflut“.

Heute sind die Deiche natürlich viel höher und stabiler gebaut und die Gefahr, dass eine Sturmflut die Region so stark verwüstet wie 1962, ist viel geringer. Doch es ist wichtig, auf alle Eventualitäten vorbereitet zu sein. Aus diesem Grund sind 27 ausgesuchte Bushaltestellen im Landgebiet mit dem Sammelstellen-Hinweis ausgestattet. Im Falle einer schweren Sturmflut – verbunden mit der Anordnung der Behörden zur Evakuierung – sollten sich die Anwohner an diesen Punkten einfinden, um an einen sicheren Orte evakuiert zu werden.

„Zum Glück ist der Ernstfall bislang nicht eingetreten.“

Für den sicheren Transport sorgen die Busse der VHH. Bei einer schweren Sturmflut sitzt ab einer gewissen Gefahrenstufe auch ein Mitarbeiter der VHH im Krisenstab, und zwar Dieter Pargmann. Als Ausbildungsleiter kümmert er sich eigentlich in der Hauptsache um den VHH-Nachwuchs. Zugleich ist er aber auch im Katastrophenfall der Kontaktmann zu den Behörden. Er sorgt dafür, dass die VHH-Leitstelle bis zu 35 angeforderte Sonderbusse zu den Sammelpunkten disponiert. Mit den Betriebsabläufen der VHH ist er dabei bestens vertraut, denn er war selbst viele Jahre als Disponent in der VHH-Leitstelle tätig.

vhh-pargmann

Eigentlich ist Dieter Pargmann Ausbildungsleiter der VHH. Im Katastrophenfall sitzt der erfahrene VHH-Mitarbeiter als Kontaktmann im Krisenstab

Die VHH ist übrigens stets auf den Notfall vorbereitet, wie Dieter Pargmann betont:

„Damit die Abläufe im Gefahrenfall routiniert sitzen, werden regelmäßig Übungen angesetzt, bei denen das Katastrophenszenario geprobt und danach analysiert wird. Daran nehmen neben der VHH auch Vertreter von der Feuerwehr Hamburg, Polizei, THW, DRK, DRLG und des Bezirksamts Bergedorf teil. Sie bilden den Regionalen Katastrophendienst (RKD). Zum Glück ist der Ernstfall bislang nicht eingetreten.“

Achtet beim nächsten Ausflug in den Vier- und Marschlanden doch mal auf die Haltestellen. Es ist zwar nicht jeder Haltemast mit dem Hinweis „Sammelstelle bei Sturmflut“ versehen, doch vielleicht entdeckt ihr den einen oder anderen.

Euer Rolf

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