Die Rundumpflege für Haltestellen

Unsere VHH-Busse kommen regelmäßig in die Waschanlage – das ist klar. Aber eine Haltestelle kann man nicht einfach in die Waschstraße stecken. Ein Fall für unser Team vom VHH-Haltestellenservice…

Bushaltestellen freuen sich nicht nur, wenn sie tagtäglich von vielen Fahrgästen besucht werden. Ab und an wollen sie auch gewartet und gepflegt werden. Um die elektronischen Minuten-Anzeiger (DFI – Dynamische Fahrgastinformation) kümmert sich unser DFI-Service. Darüber haben wir hier im VHH-Blog bereits berichtet. Regelmäßig erhalten aber auch die Haltestellenmasten und Fahrplankästen Besuch von einem speziellen Serviceteam – dem VHH-Haltestellenservice.

In der Werkstatt in Bergedorf werden die Teile für die Montage vorbereitet.

In der Werkstatt in Bergedorf werden die Teile für die Montage vorbereitet

Das Liniennetz der VHH umfasst 153 Buslinien innerhalb des HVV. Diese Buslinien halten an rund 1.800 Haltestellen mit geschätzten 3.500 Haltestellenmasten. Die sind ein Stück weit Visitenkarte eines Verkehrsbetriebs und werden deshalb vom Haltestellenservice der VHH regelmäßig betreut. Wir haben dazu mit Andreas Voelker gesprochen, der mit seinem Team die Haltestellen im östlichen Verkehrsnetz der VHH betreut.

Andreas, was macht der VHH-Haltestellenservice genau?

„Wir tauschen beschädigte, veraltete, beschmierte oder ausgeblichene Schilder aus, wechseln Fahrplanaushangkästen und setzen neue Masten.“

Ihr kümmert euch also nicht um die Aktualisierung der Fahrplanaushänge?

„Doch, das kommt schon vor, aber in der Hauptsache übernehmen das unsere Verkehrsmeister.  Wir sind gefragt, wenn die Kästen, in denen die Aushänge stecken, beschädigt sind. Wir reparieren aber nicht nur. Wenn eine neue Buslinie eingerichtet wird oder ein Linienweg verändert wird, stellen wir die großen Masten mit unserem Kranwagen auf. Von unseren Fachabteilungen erfahren wir, wie die neue Haltestelle heißt, in welcher Tarifzone sie steht und welche Linien dort abfahren. Unsere Haltestellen bestehen zum großen Teil aus einem vereinheitlichten Einschubsystem.“

Was gehört an eine typische HVV-Haltestelle?

„An einen Mast gehört ein Einschub für das grün-gelbe „H“, ein Einschub für den Haltestellennamen und einer für die Tarifzonen. Abhängig von der Zahl der Linien, die an diesem Mast halten, kommen weitere Einschübe für die Liniennummern und Streckenverläufe dazu. Die Schilder dafür stellen wir mit einem Schneideplotter selbst her. Bereits in der Werkstatt stellen wir die Schildersätze zusammen, um sie dann vor Ort am Mast zu montieren. Das Gute an diesem System: Kommt später eine Linie dazu oder ändert sich ein Haltestellenname, muss nicht das ganze Schild, sondern nur der betreffende Einschub getauscht werden. Ach ja, nicht zu vergessen, am Schluss werden natürlich noch die Fahrplankästen montiert.“

Andreas zeigt, wie die Schilder in die Einschübe geschoben werden. Normalerweise werden sie aber vorab in der Werkstatt zusammengestellt.

Andreas demonstriert, wie die Schilder in die Einschübe geschoben werden. In der Regel werden die Schildersätze vorab in der Werkstatt zusammengestellt

Kommt es denn oft vor, dass Haltestellen neu aufgestellt oder umgebaut werden?

„Ja, sogar regelmäßig. Zum Beispiel in den Sommerferien. Dann wird an den Straßen überall gebaut. Dabei werden viele Haltestellen verlegt. Wir rücken dann aus und sammeln die alte Haltestelle ein und stellen nach Vorgabe durch unsere Verkehrsmeister eine Ersatzhaltestelle auf, intern als „V-Mast“ bezeichnet. Nach Beendigung der Bauarbeiten fahren wir erneut los. Wir sammeln den V-Mast ein und stellen die Original-Haltestelle wieder auf, die wir bei der Gelegenheit gleich renoviert haben. Zur Zeit werden in Hamburg ja viele Bushaltestellen durch die Busbeschleunigung überarbeitet. Wenn die Haltestellen dann mit neuem Wartehaus, Sonderbord und Blindenleitstreifen ausgestattet sind, gehört natürlich auch ein frischer Mast aufgestellt.“

Thomas mit zwei Haltestestellenmasten von der Haltestelle "Billwerder, Feuerwehr" Da der Billwerder Billdeich über den Sommer saniert wird, werden die Haltestellen solange auf dem Betriebshof zwischengelagert.

Thomas mit zwei Haltestestellenmasten von der Haltestelle „Billwerder (Feuerwehr)“ auf dem Lagerplatz. Da der Billwerder Billdeich über den Sommer saniert wird, werden die Haltestellen so lange auf dem Betriebshof zwischengelagert

Im Sonnenschein bei Sonne draußen an der Strecke, das klingt doch ganz spannend.

„Ja, am Deich in den Vier- und Marschlanden ist das auch ganz nett. In der Stadt, an der Hauptstraße, bei 30 Grad in der Sonne ist das dann aber ein anderer Schnack. Aber wir wollen gar nicht meckern. Die LKW- und Autofahrer nehmen schon Rücksicht auf uns und auch unsere Kolleginnen und Kollegen sind uns nicht böse, wenn wir mit dem Montagewagen in den Haltestellen stehen und den Betrieb kurzzeitig behindern müssen. Kniffliger ist da schon unsere Hochsaison im Dezember. Dann ist HVV-Fahrplanwechsel und die Wochen davor sind im Grunde unsere Hauptsaison. Stehen viele Linienänderungen an, gibt es für uns eine Menge zu tun. Da ist es dann schon sehr hilfreich, wenn in dieser Zeit kein Frost ist, weil wir sonst kein Loch für den Betonsockel gegraben kriegen, oder die Schilder in den Einschüben festgefroren sind.“

Ein frisch lackierter Mast wird für die Montage vorbereitet. Gut zu erkennen, sind die Einschübe, die später die Schilder aufnehmen.

Ein frisch lackierter Mast wird für die Montage vorbereitet. Gut zu erkennen, sind die Einschübe, die später die Schilder aufnehmen

Neben der Montage kümmert ihr euch auch um die Pflege der Haltestellen?

„Ja, wenn Zeit ist,  fahren wir mit den Kollegen los und waschen die Haltestellen. Dafür haben wir Bürste und Wassertank auf unserem Arbeitsfahrzeug. An einem ‚Waschtag‘ können wir bis zu 25 Haltestellenmasten reinigen.“

Danke Andreas!

Wenn Waschtag ist, kann der VHH-Haltestellenservice bis zu 25 Haltestellenmasten reinigen

Wenn Waschtag ist, kann der VHH-Haltestellenservice bis zu 25 Haltestellenmasten reinigen

 

Bei der Pflege haben die Kollegen neben Moos und klebrigen Rückständen von Bäumen übrigens in erster Linie mit mutwilligen Zerstörungen zu kämpfen. Beschädigte Fahrplankästen, beschmierte Masten, aber auch Aufkleber auf Masten und DFI-Anzeigern beschäftigen die Service-Mitarbeiter permanent.

Euer Rolf

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18 Antworten

  1. Niklas M. sagt:

    Sehr schön geschriebener Artikel 🙂
    Ist sehr interessant, v.a. wenn man sich für den ÖPNV interessiert 🙂
    Weiter so!

    Viele Grüße,
    Niklas

    • Rolf Westphalen sagt:

      Hallo Niklas,

      danke, das freut uns!

      Viele Grüße, Rolf

    • Horst sagt:

      Sehr interessante Information. Aber wann werden die Haltestellen bei der KZ-Gedenkstätte erneuert.

      • Angelika Schoder sagt:

        Hallo Horst,

        vielen Dank für deine Nachfrage. Die Haltestellen bei der KZ-Gedenkstätte Neuengamme wurden vor 3 Jahren neu gestrichen. Eigentlich ist im Moment nichts vorgesehen – außer die Haltestellen wurden beschädigt. Gibt es dort momentan Beschädigungen, über die wir unseren Haltestellenservice informieren sollen?

        Viele Grüße
        Angelika vom Blog-Team

  2. Bukowski sagt:

    Hallo,
    zwei Anliegen:

    1) Bekommt die nördliche Haltestelle Feldstraße in Rtg. M3-stadtauswärts und M6-stadteinwärts eigentlich auch mal eine DFI-Anzeige?

    Die südliche Haltestelle hat ja bereits eine:
    Nur denke ich, macht diese im Vergleich zur nördlichen deutlich weniger Sinn, wenn man sich schon nur für eine (oder eine zuerst) Haltestellenseite entscheiden muß.
    Aber es scheint ja fast so zu sein?!

    Wer aus der U3 umsteigt, will sicherlich raus aus der Stadt (paar Halte später am Rödingsmarkt kommt die U3 ja wieder. Und dann wieder am Rathaus, am Hbf (inkl. Gewaltmarsch)…).
    Und wer in die Stadt rein will – nun ja, siehe Text in der Klammer.

    Und der Fahrgast will dann wissen, wann die M3 endlich aus dem Citystau herauskommt. Oder wann die M6 losfährt, die dort ja u.a. auch beginnt.
    Dh die nördliche DFI würde sogar zwei Metrobuslinien anzeigen.

    Oder gibt’s für die Südseite eine plausible Erklärung für?

    2) Wieseo schafft man es nicht, um die Haltestelle zentrierte(!) Umgebungspläne mit deutlich größerem Maßstab an den Stationen anzubringen? Nicht jeder hat ein Smartphone mit Google Maps dabei…

    • Rolf Westphalen sagt:

      Hallo,
      ich möchte kurz zu deinen Anliegen antworten.

      Frage 1: Die Haltestelle Feldstraße erhält auch stadtauswärts eine DFI-Anzeige. Die wird gemeinsam mit 49 weiteren Geräten, bis Ende August, entlang der Linien M2 und M3 in den Fahrgastunterständen der Firma Decaux montiert.

      Frage 2: In der digitalen Welt sind individuelle Stadtpläne auf Smartphones kein Problem. Unsere Umgebungsgspläne werden inzwischen zwar digital gedruckt, so dass individuelle Pläne technisch vielleicht gar nicht das Problem wären, aber wir produzieren diese auf Kunststoff gedruckten Umgebungspläne nicht im eigenen Haus. Das bedeutet, dass wir im Falle genau zentrierter Umgebungspläne einen vielfachen Aufwand bei Beschaffung, Bestückung und auch Reparatur hätten. Derzeit gibt es im HVV insgesamt 19 verschiedene Motive von Haltestellenumgebungsplänen.
      Beim Maßstab unserer Umgebungspläne müssen wir leider einen Spagat hinkriegen. Da sind zum einen die Kunden, die ankommen und eigentlich einen Umgebungsplan der näheren Umgebung bräuchten. Die würde sicher ein kleinerer Maßstab freuen.
      Umgekehrt gibt es aber Kundinnen und Kunden, die diese Pläne für ihre Fahrtenplanung verwenden, also sehen möchten, wo die nächste Schnellbahnhaltestelle ist. Da ist dann ein größerer Maßstab wiederum hilfreicher.
      Anders als digitale Medien, stossen die gedruckten Pläne da leider an ihre Grenzen.

      Viele Grüße
      Rolf

      • Bukowski sagt:

        Danke für deine Antwort!

        Das mit dem DFI’s freut mich sehr, da Unkenntnis bei Verspätungen manchmal ziemlich frustrierend sein kann, da sie u.U. sehr lang ausfallen.

        Zu den Umgebungsplänen:
        Kann ma da keinen besseren Kompromiß finden?
        Zu sehen, daß die U1 sich in Volksdorf aufsplittet, oder die S1 über Wandsbek nach Poppenbüttel fährt ist zumindest für mich deutlich uninteressanter, als zu wissen, wo ich im Karoviertel welche Straße finde (bezogen auf Feldstraße).

        Noch ein Anliegen (betrifft aber die Busse):
        Kann man in den Bussen nicht einfache Poster/Schilder anbringen, die den Linienverlauf mit Umsteigerelationen an den Unterwegsstationen anzeigen? So aufwendig kann das doch nicht sein (man schaue mal nach München…)?
        Bei Schnellbahnen helfen diese Darstellungen im Fahrzeug ungemein.

        • Angelika Schoder sagt:

          Hallo,

          zum Thema Umgebungspläne ist es, wie beschrieben, schwierig. Eigentlich handelt es sich ja schon um einen Kompromiss, der Umsteigemöglichkeiten und Umgebung versucht bestmöglich auf der Darstellung unterzubringen.

          Was die Busse selbst betrifft ist es so, dass unsere Fahrzeuge nicht immer liniengebunden eingesetzt werden können. D.h. sie sind teilweise am gleichen Tag auf mehreren Linien im Einsatz. Insofern ist es nicht möglich, in den Bussen Informationen zum Linienverlauf mit Umsteigemöglichkeiten anzubringen. Bei Bahnen bietet sich das eher an, denn sie sind immer auf festen Strecken unterwegs. Unsere Busse hingegen fahren morgens z.B. mal auf der M3, dann auf der M2 und abends vielleicht auf der M21. Am nächsten Tag sind sie dann wahrscheinlich wieder auf weiteren, ganz anderen Linien unterwegs. Wenn man alle Linienverläufe im Bus abbilden würde, die der Bus theoretisch fährt, würde uns der Platz ausgehen. Insofern ist es also leider nicht möglich.

          Viele Grüße
          Angelika vom Blog-Team

  3. Bukowski sagt:

    „mal“, „vielleicht“, „wahrscheinlich“, …. aha.
    Hoffentlich haben die Busse GPS zum Orten, denn sonst gehen sie offensichtlich verloren, weil man nicht weiß, wo sie sich überhaupt aufhalten.

    Es gibt ganz simple Stecktafeln. Oder welche, die im Kasten gedreht werden:
    Wenn der Bus 1234 auf insgesamt vier Linien eingesetzt wird, ist es unter völlig hinehmbaren Aufwand möglich, diese auf Routentafeln entsprechend darzustellen.

    Warum kriegt man im HVV nicht die einfachen Dinge hin!? Rabattierte(!) Mehrfahrtenkarten, um aus Nichtfahrern zumindest Gelegenheitsfahrer zu machen.
    Echte Beschleunigung, in dem der Fahrer keine Tickets oder Zeitungen verkauft.
    Simpleres Tarifsystem ohne Zonenwaben, usw., oder kannst du* mir aus dem Stegreif das Ticket „Nahbereich“ erklären?

    *) Keine Sorge – können 50% der HVV-Mitarbeiter auch nicht. Und auf den Infotafeln ist es auch nicht erklärt…

    • Angelika Schoder sagt:

      Hallo,

      keine Sorge, wir wissen immer wo unsere Busse sind. 😉
      Wie erwähnt, geht es ja nicht um 4 Linien. Wir befahren 154 Linien im Bediengebiet – theoretisch könnte ein Fahrzeug auf jeder Linie eingesetzt werden. 154 verschiedene Linienverläufe pro Bus abzubilden wäre wohl etwas unübersichtlich und täglich die Linien herauszusuchen, auf denen ein Fahrzeug genau an dem Tag eingesetzt wird, wäre bei 535 Bussen auch nicht mal eben erledigt.

      Vielen Dank für die übrigen Anregungen – gerne leiten wir sie an den HVV weiter.

      Viele Grüße
      Angelika vom Blog-Team

  4. MK sagt:

    Hallo,

    in der Hoisbütteler Dorfstraße in Ammersbek stehen noch zwei Masten für die Haltestellen „Ammersbek, Rathaus“ und „Ammersbek, Lehmkuhle“. Diese tragen noch einen alten Namen -vor dem Fahrplanwechsel 2014 – und werden zudem seit letztem Jahr gar nicht mehr bedient. Die Masten könnten also abgebaut werden. Ich glaube sie wurden vor kurzem sogar noch gereinigt, ist aber nur eine Vermutung, weil sie so glänzen 😉

    Gruß
    MK

    • Angelika Schoder sagt:

      Hallo,
      wir geben das mal an die Kollegen weiter.
      Viele Grüße, Angelika vom Blog-Team

    • Angelika Schoder sagt:

      Hallo,
      also in der Tat werden die Haltestellen in der Hoisbütteler Dorfstraße momentan nicht angefahren. Die Rückmeldung der Kollegen auf unsere Nachfrage war, dass die Haltestellenmasten vorerst aber dennoch dort verbleiben. Bisher ist kein Abbau vorgesehen.
      Viele Grüße, Angelika vom Blog-Team

  5. Marvin sagt:

    Hallo Liebe VHH. Ist es vorgesehen dass die Haltestelle Uetersen,Buttermarkt Eine DFI Anzeige bekommt ?

    • Angelika Schoder sagt:

      Hallo Marvin,

      deine Frage wurde an die Fachabteilung weitergeleitet.
      Viele Grüße, Angelika vom Blog-Team

    • Angelika Schoder sagt:

      Hallo Marvin,

      Wir hatten Rückmeldung von der Fachabteilung. An der Haltestelle Buttermarkt in Fahrtrichtung Wedel / Pinneberg steht ein DFI-Anzeiger. Nur nicht in Richtung Elmshorn. Falls du weitere Fragen hast, müsstest du dich an die KViP wenden, da diese die richtigen Ansprechpartner sind: http://www.kvip.de/kvip/html/impressum.html

      Viele Grüße, Angelika vom Blog-Team

  1. 18. Januar 2016

    […] PS: Mehr zum VHH-Haltestellenservice könnt ihr ⇒ hier nachlesen […]

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