Ein Fall für den Techniker – Auch ein Bus hat mal Gelenkprobleme

Manchmal kann ein Gelenkbus schon mal „komische Geräusche“ von sich geben. Während der Bus in eine Kurve fährt, hört man als Fahrgast dann das eine oder andere *Knierz* und *Knarz*. Das kommt zwar eher selten vor, hört sich dann aber nervig an. So ein Bus ist dann auch ein Fall für unsere Werkstatt. Was aber erzeugt dieses Geräusch und wo kommt es her? Wir hatten Glück und durften Marcel, einem VHH-Techniker in der Werkstatt in Bergedorf, mal über die Schulter schauen. Auf geht’s zum „Gelenkdoktor“…

Marcel zeigt, wie es unter den Abdeckplatten des Gelenks aussieht

Marcel zeigt, wie es unter den Abdeckplatten des Gelenks aussieht

 

Bei einem Gelenkbus sind der Vorderwagen und der Nachläufer (der hintere Teil des Busses) durch das Gelenk mechanisch fest, aber drehbar verbunden. Eine elektronische Knickwinkelsteuerung sorgt dafür, dass der schiebende Nachläufer und der geschobene Vorderwagen sicher und komfortabel durch Kurven fahren können. Außerdem befindet sich im Gelenk noch eine Leitungstrasse, die zahlreiche Elektro- und Luftleitungen aufnimmt. Hydraulische Dämpfer sorgen für Fahrstabilität und unterbinden, dass der Bus schlingern kann.

Wenn nun ein Wagen während der Fahrt im Gelenk anfängt zu knarren, liegt das in der Regel am Dämpfer, oder genauer gesagt an dessen Lagerung. Mit den Jahren sind diese wartungsfreien Gelenklager trotzdem einem gewissen Verschleiß ausgesetzt. Der macht sich durch diese Knarrgeräusche während der Fahrt bemerkbar.

„Ein sicherheitsrelevanter Schaden ist das nicht, es droht also keine Gefahr. Nur für die Ohren unserer Kundinnen und Kunden ist das kein Vergnügen. Das Fahrzeug ist ein Fall für uns“, sagt Marcel aus der VHH-Werkstatt. „Um an das Gelenk zu kommen, müssen im Vorwege die Abdeckplatten und Verkleidungen im Gelenkbereich demontiert werden.

Beim Aus- und Einbau der Dämpfer im Gelenk geht es eng zu.

Beim Aus- und Einbau der Dämpfer geht es im Gelenkbereich eng zu.

Der Ein- und Ausbau der schweren Dämpfer ist kein Kinderspiel, denn in diesem Bereich des Busses geht es eng zu. Zwei Monteure braucht es dafür schon. Der Wechsel der Lager am ausgebauten Dämpfer geht dagegen an der Hydraulikpresse schnell von der Hand“, betont Marcel.

Marcel mit dem ausgebauten Dämpfer. Die verschlissenen Gelenklager an den Enden werden durch Neuteile (links auf dem Handwagen zu sehen) ersetzt

Marcel mit dem ausgebauten Dämpfer. Die verschlissenen Gelenklager an den Enden werden durch Neuteile (links auf dem Handwagen zu sehen) ersetzt

 

Ob und wie lange die Lager der Dämpfer halten, lässt sich schwer vorhersagen. „Sicherlich spielt es eine Rolle, wo die Busse eingesetzt werden. Fahren sie zum Beispiel viel auf engen, kurvigen Deichen sind sie einem anderen Verschleiß ausgesetzt, als wenn sie mehr auf geraden, breiten Straßen unterwegs sind. Aber das ist für uns auch nicht so relevant. Fangen die Lager an Geräusche zu machen, werden sie ausgetauscht. Wir bauen Neuteile ein, damit unsere Fahrgäste die Fahrt im Bus wieder genießen können“ sagt Marcel und schnappt sich sein Werkzeug, um die Dämpfer des Gelenks wieder unter Abdeckplatten und Verkleidungen verschwinden zu lassen.

Wenn ihr also einen sehr „knarzenden“ Bus mitbekommt, sagt uns Bescheid – unsere Werkstatt schaut sich die Gelenkprobleme an.

Euer Rolf

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3 Antworten

  1. M3-Fahrer sagt:

    „Knarzen“ ist ja noch untertrieben, meistens ist das Geräusch ein lautes, schrilles Quietschen. Insbesondere wenn der Bus Kurven mit nur kleinem Winkel fährt. Kann man immer gut auf der M3 zwischen Sievekingplatz und Rathausmarkt (und umgekehrt) hören. Sch unschön dieses Geräusch für den Fahrgast ist umso nerviger muss es doch für die Fahrer sein, welche damit eine ganze Schicht rumfahren müssen, bevor der Bus dann hoffentlich zeitnah in die Werkstatt kommt.

    • Angelika Schoder sagt:

      Hallo,
      ein „schrilles Quietschen“ klingt in der Tat danach, dass sich das die Werkstatt mal anschauen sollte. In dem Fall bitte eine kurze Nachricht an info@vhhbus.de mit der Busnummer schicken, wir informieren dann unsere Techniker.

      Viele Grüße
      Angelika vom Blog-Team

  2. Frank sagt:

    Ich hoffe, dass alles wieder ok ist! Dann habe ich es als tauber Fahrgast ja relativ gut, dass ich von Nebengeräuschen verschont bin! *lach

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