Frauenpower in der VHH-Werkstatt

Seit über 20 Jahren kümmert sich VHH-Technikerin Andrea Dott aus der Werkstatt Bergedorf um das technische Wohl unserer Busse. Sie ist eine von fünf Frauen, die VHH-weit in den Werkstätten auf den Betriebshöfen dafür sorgen, dass die Busse immer technisch in Ordnung sind. Sie freut sich immer, wenn bei den neuen KFZ-Mechatronik Azubis auch Frauen dabei sind, findet aber, dass es gerne noch mehr Kolleginnen sein dürften.

Wir haben Andrea jetzt für den VHH-Blog interviewt:

 

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Seit über20 Jahren arbeitet Andrea Dott in der VHH-Werkstatt in Bergedorf

 

Andrea, wie war das, als du bei der VHH angefangen hast?

Am 1. August 1996 habe ich meine Ausbildung als Automobilmechanikerin angetreten und Blaumann und Sicherheitsstiefel in Empfang genommen. Danach ging es erst mal für einige Wochen ins Hamburger Ausbildungszentrum (HAZ) für die überbetrieblichen Lehrgänge, also Metallverarbeitung, Drehen, Fräsen, Schweißen, Elektrik, Hydraulik usw. Als einziges Mädchen unter 70 Azubis gab es da damals schon den einen oder anderen Spruch. Aber die Jungs haben sich schnell an mich gewöhnt. Heute haben es Mädels in technischen Berufen leichter.

Ist Automobilmechanikerin dein Traumberuf gewesen?

Fast. Ich wollte schon gerne im Handwerk Fuß fassen. Ein Bürojob reizte mich nicht.  Mit der Zeit wuchs der Wunsch, KFZ-Technikerin zu werden. Nach Realschulabschluss und Fach-Abi wurde ich auf die VHH aufmerksam, bewarb mich und startete bei der VHH ins Berufsleben.

 

Nach dreieinhalb Jahren hattest du ausgelernt, wie ging es dann weiter?

Nach meiner Ausbildung wurde ich von der VHH übernommen und wurde auf dem Betriebshof in Bergedorf eingesetzt. Wie alle KFZ-Techniker bei der VHH arbeite ich im Schichtdienst. Das bedeutet Wochenendarbeit, Früh-, Mittel- und Spätschicht. Wenn andere ihre Freizeit geniessen, arbeite ich, umgekehrt kann ich wiederum Termine wahrnehmen, wenn die anderen arbeiten müssen.

 

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Andrea und Sonja besprechen den Reparaturauftrag

 

Was gefällt dir an deinem Beruf am meisten?

Beim Bus ist alles groß und übersichtlich. Ich könnte mir nicht vorstellen, täglich nur an PKWs zu schrauben. Langweilig wird es bei uns in der Technik nicht. Wenn mal ein Bus liegenbleibt, dann fahren wir als Pannenhelfer raus. Man weiß nie, was einen erwartet und oftmals müssen meine Kollegen und ich wirklich improvisieren. Wenn gar nichts mehr geht und der Bus von alleine nicht mehr fährt, dann schnappe ich mir den großen Unimog und schleppe den havarierten Linienbus auf den Betriebshof.

 

Wie ist das eigentlich in einer Bus-Werkstatt? Braucht man da nicht ordentlich Kraft? So ein Busrad z.B. muss doch unheimlich schwer sein.

Nein, Muskelkraft braucht es eigentlich nicht. Vielmehr ist es eine Frage der Technik. Ein Busrad auf die Felge zu setzen, ist mit dem Montier-Eisen ein Kinderspiel. Bei Großaggregaten haben wir technische Hilfsmittel, wie Heber, die dafür sorgen, dass unser Rücken nicht überstrapaziert wird. Sowieso hat sich unser Job in den letzten Jahrzehnten sehr verändert.  Viele bis dahin mechanische Komponenten sind durch Elektronik ersetzt worden. Das bedeutet auch bei der Fehlersuche heute eine ganz andere Herangehensweise. Elektronische Prüfgeräte helfen uns bei der Fehleranalyse und Reparatur.

 

Musst du dir jetzt, nach über 20 Jahren, eigentlich noch Sprüche gefallen lassen?

Nein, die Kollegen haben sich längst an mich gewöhnt. Die einzigen Sprüche kommen noch vereinzelt von Fahrgästen, wenn ich zum Beispiel auf dem ZOB einen Bus repariere. Aber die sind eindeutig und in der Mehrzahl positiv. Das freut mich.

 

Was rätst du den Jugendlichen, die sich für den Job interessieren?

Verschafft euch selbst einen Einblick. Macht Schülerpraktika in Handwerksbetrieben und schnuppert in technische Berufe rein. Wer nur die klassischen „Mädchenberufe“ im Auge hat, weiß nicht was man verpasst. Das Handwerk bietet beruflich soviel Vielfalt!

 

Vielen Dank für das Gespräch!


Übrigens: Wir freuen uns jetzt schon auf Azubi-Bewerbungen für nächstes Jahr. Auch „MaschinenflüsterInnen“ sind gesucht!

⇒ Weitere Infos gibts hier

Euer Rolf

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