Die neuen E-Gelenkbusse von Van Hool

Sie nehmen Gestalt an, die ersten rein batterieelektrisch fahrenden Gelenkbusse der Hansestadt – und wir bringen sie auf die Straße! Aber wie entsteht eigentlich ein solcher Bus? VHH-Pressesprecher Martin Beckmann hat bei Van Hool, dem Hersteller unserer neuen E-Gelenkbusse, für den VHH-Blog einen Blick in die Produktion geworfen…

Das ist nicht der neue Exquicity-Bus

So sieht es im belgischen Werk von Van Hool aus – gebaut werden hier verschiedene Bustypen

Die Rohbauphase der Fahrzeuge unterscheidet sich nicht sonderlich von der eines konventionellen Busses. Aus Stahlblechprofilen wird eine selbsttragende Karosserie aufgebaut, diese anschließend mit Blech beplankt, Fenster werden eingesetzt und schließlich wird die Inneneinrichtung eingebaut – dies ist natürlich vereinfacht beschrieben.

Aber dann kommen auch schon die Unterschiede. Statt eines Dieselmotors wird ein Elektromotor eingebaut oder sogar mehrere – die brauchen aber Strom und keinen Diesel. Dafür muss der Bus mit Batterien ausgestattet werden. Eigentlich sind es Akkus, denn die kann man ja wieder aufladen. Bei den Elektromotoren können verschiedene Konzepte zum Einsatz kommen.

Der belgische Hersteller Van Hool baut die Elektro-Busse der VHH

Im Van Hool Werk wird am neuen Elektro-Gelenkbus für die VHH geschweißt

Unsere VHH-Busse werden sogenannte Zentralmotoren vor der Achse 2 und 3 besitzen. Diese werden ca. je 160 kW leisten. Der Akku muss genug Strom speichern, sodass er das Fahrzeug sicher über die zu fahrende Strecke bringt. Da das Zusammenspiel aller Komponenten sehr aufwendig und kompliziert ist, ist so ein Bus ähnlich wie ein Computer – viele Dinge werden daher von den Ingenieuren mittels einer Software und Notebooks eingestellt. Unsere Busse haben inzwischen die Akkus eingebaut bekommen und fahren schon aus eigener Kraft.

Im Innenraum des Exquicity

Ein Techniker prüft die Software des Exqui.City-Busses

Die beiden neuen Elektro-Gelenkbusse, die ab Herbst 2016 in Hamburg unterwegs sein werden, sind sehr leise, vermitteln ein angenehmes Fahrgefühl und – noch viel wichtiger – fahren mit umweltfreundlich erzeugtem Strom. Nebenbei, den erzeugen die Busse zum Teil sogar selbst, nämlich beim Bremsen. Ein kleines Geheimnis, warum der Betrieb so sparsam ist!

Und wie tankt ein solcher Bus seinen Strom? Der Strom muss ja irgendwie in die Akkus des Busses kommen. Dazu fährt der Bus an eine Ladestation. Dort angekommen, senkt sich eine Stromleitung von einem Mast herab, schließt sich an eine Andockstelle auf dem Dach des Busses an, und schon werden die Akkus geladen. Diese Ladestellen werden schon in der Stadionstraße und am Kraftwerk Tiefstack gebaut. Geplant ist, die Busse auch auf der Linie 3 einzusetzen. Wenn sie sich da bewähren, sind wir der Umstellung unserer Busflotte auf E-Busse wieder ein ganzes Stückchen näher gekommen.

Der neue Exquicity von Van Hool für die VHH

Der Exqui.City – so heißt das Modell der neuen Elektro-Gelenkbusse – nimmt langsam Form an

Was kommt als nächstes? Die Busse werden Mitte Juni auf einer Messe in Paris der Öffentlichkeit vorgestellt. Ein paar Wochen später kommen die Fahrzeuge dann zu uns. Anschließend werden sie ausgerüstet und getestet. Erst wenn wir sicher wissen, dass sie unseren Ansprüchen entsprechen, gehen sie in den Linienbetrieb.

Martin Beckmann,
Pressesprecher der VHH

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