Hereinspaziert: Buseinstiege im Wandel der Zeit

Im Januar 1992, also vor etwas mehr als 24 Jahren, nahm die VHH erstmals Niederflurbusse in Betrieb. Die Einführung dieses Bustyps ermöglichte endlich auch RollstuhlfahrerInnen die Mitfahrt im Bus. Diese Fahrzeuge boten nämlich einen stufenlosen Ein- und Ausstieg und hatten an der Mitteltür eine Rampe, die ausgefahren werden konnte. Außerdem konnte der Bus bei Bedarf einseitig abgesenkt werden. Das machte die neuen Busse bei den Kundinnen und Kunden von Anfang an beliebt. So profitierten z.B. mobilitätseingeschränkte Menschen oder auch Eltern mit Kinderwagen, denn das Zusteigen klappte nun viel leichter.

VHH-Bus aus dem Jahr 1993
VHH-Wagen Nr. 9338 ist ein früher Niederflurbus. Auf dem Foto von 1993 demonstrierte man stolz die elektrische Rampe und das „Kneeling“, so nennt man das einseitige Absenken des Busses

Die ersten Busse wurden anfangs nur auf der VHH-Buslinie 235 zwischen Nettelnbug – Bergedorf – Reinbek eingesetzt. Ein flächendeckender Einsatz war mit den 18 Omnibussen des Herstellers Mercedes-Benz, Typ O405 N nicht möglich. Aber schon im Folgejahr kamen fast 70 weitere Niederflurbusse hinzu und bis zum Jahr 2000 war fast der gesamte Fahrzeugpark der VHH niederflurig.

Buseinstiege im Wandel der Jahrzehnte:
Links 1964, Mitte 1984, Rechts 2010

Anfangs hatten die Niederflurbusse übrigens eine elektrisch betätigte Rampe, die bewährte sich im rauhen Alltagsbetrieb jedoch nicht. Insbesondere bei Schnee und schlechter Witterung stellte sie gerne mal ihren Betrieb ein. Seit 1997 werden die Busse deshalb mit einer Klapprampe ausgestattet, die sich inzwischen bewährt hat.

Euer Rolf

4 Gedanken zu „Hereinspaziert: Buseinstiege im Wandel der Zeit

  1. Roman Berlin Antworten

    Schöner Beitrag in die Geschichte der Einstiege bis hin Museumsbussen. In Zusammenhang mit den Klapprampen wäre es schön, wenn man an den entsprechenden Türen einen Hinweis (zur eigentlich einfachen) Bedienung dieser Rampe oder eine Aufforderung zur Benutzung anbringen könnte. Wenn ich mich in diesem Türbereich aufhalte, klappe ich gerne die Rampe um, so dass die Busfahrer*innen nicht nach hinten laufen müssen, andere Fahrgäste machen dies (leider) nicht immer. Durch eine solche Kampagne könnte ein bisschen Fahrzeit, oder besser gesagt Haltezeit, eingespart werden und die Busse wären noch pünktlicher.

  2. Uwe Medro Antworten

    Sehr geehrte Damen und Herren,
    In den letzten Tagenbin ich als Rollstuhlfahrer oft mit der 2,3 und 21 gefahren und habe bemerkt das die neusten Gelenkbusse nur noch 1 Rollstuhlplatz haben. Warum dieser Sinneswandel?
    Mit freundlichen Grüßen
    Uwe Medro

    • Rolf Westphalen Autor des BeitragesAntworten

      Hallo Herr Medro,

      vielen Dank für Ihren Kommentar. Einen Sinneswandel gibt es nicht. Die neuesten Busse unterscheiden sich konstruktiv von den Baujahren davor hinsichtlich der Mitnahme von RollstuhlfahrerInnen nicht. Wenn der Platz vorhanden ist und die Rollstuhlfahrer ihr Gefährt sicher unterbringen können, darf im Linienverkehr mehr als ein Rollstuhl im Bus mitgenommen werden.
      Oder spielen Sie auf die zweite Rampe an, die wir an der dritten Tür in die Busse des Baujahrs 2012 eingebaut hatten?
      Damit wollten wir ursprünglich RollstuhlfahrerInnen mehr Flexibilität beim Ein- und Aussteigen im Gelenkbus ermöglichen. Diese zusätzliche Rampe hat sich leider nicht bewährt. Es kam vor, dass der Bus mit der dritten Tür nicht sauber in der Haltestelle halten konnte und RollstuhlfahrerInnen dann den Bus nicht verlassen konnten.

      Viele Grüße, Rolf Westphalen vom VHH-Blog Team

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