Gastbeitrag: Unterwegs mit dem Oldtimerbus durch die Vier- und Marschlande

Sind unsere Oldtimer-Touren durch die Vier- und Marschlande nur „was für Oldies“? Wir haben unsere Gastbloggerin Gesa Füßle mit ihren beiden Kindern auf Schnupperfahrt geschickt. Hier im VHH-Blog erzählt sie, wie es war…


Mit dem VHH-Oldtimer geht es durch verschlungene Straßen und Gässchen (Foto: Gesa Füßle)

Mit dem VHH-Oldtimer geht es durch verschlungene Straßen und Gässchen (Foto: Gesa Füßle)

Jedes Jahr werden von der VHH Schnupperfahrten durch die Vier- und Marschlande angeboten. Hierbei werden historische Busse verwendet, welche die Gäste 90 Minuten lang ab Bahnhof Bergedorf durch die teilweise doch recht schmalen Gassen kutschieren und anschließend wieder zum Bahnhof zurückbringen. Mitglieder der Rundümwieser, traditionell gekleidet und mit passendem Tonfall, informieren dabei über Gegend und Geschichte. Vom Stubenküken über Knöpfe, Erdbeer- und Rosenanbau – die Informationen und Anekdoten sind zahlreich, aber dennoch nicht erschlagend.

Karten gibt es im Vorverkauf, da weiß man dann natürlich noch nicht, wie das Wetter wird. Aber selbst bei Regen war es spannend in dem alten Bus. Und für Küchenpapier gegen beschlagene Scheiben war auch gesorgt.

„Mit einem alten Bus durch die Vierlande fahren, habt ihr dazu Lust?“, frage ich meine Kinder, fünf und sechs Jahre alt.

„Jaaaaa! Äh, wie alt ist denn der Bus?“

„Älter als ihr. Vielleicht sogar älter als ich. Die vom VHH haben verschiedene Busse. Der jüngste sieht so aus wie die Busse damals aussahen, als ich noch zur Schule gegangen bin.“

Damit ist das Wesentliche geklärt. Wir können fahren.

Die Oldtimerbusse sind nicht nur von außen ein Hingucker, sondern auch mit originaler Innenausstattung versehen (Fotos: Gesa Füßle)

Bei durchaus mittelmäßigem Wetter begeben wir uns zum Bergedorfer Bahnhof und steigen da tatsächlich in den ältesten verfügbaren Bus, der übrigens keine Servolenkung hat und somit dem Fahrer einiges abverlangt. Es handelt sich um den „Magirus-Deutz-Saturn“ von 1962. Er hat Schlangenlederimitatsitzbezüge. Allein für das Wort hat sich der Ausflug schon gelohnt.

Wir sitzen ganz hinten und wischen mit den zur Verfügung gestellten Tüchern die beschlagenen Scheiben durchsichtig. Neben uns eine weitere Familie, vor uns eine fröhliche Truppe älterer Damen.

VHH-Oldtimerbus in Bergedorf

Wer die Vier- und Marschlande noch nicht kennt, sollte unbedingt mal vorbei kommen (Foto: VHH)

Die „Trachtenfrau“ (das ist ein Zitat eines meiner Kinder) der Rundümwieser begrüßt uns, und schon geht die Fahrt los, während die Sonne sich hinter den Wolken hervorwühlt. Vor uns macht der Schnaps bei der Damen-Gruppe die Runde.

Der Weg führt uns auf verschlungenen alten Deichstraßen entlang und nebenbei erfahren wir vieles über die Geschichte von Bergedorf, über Stubenküken und dass jede fünfte der in Deutschland verkauften Rosen aus den Vierlanden kommt. Das ist doch mal eine Ansage. Vor uns feiert man das mit einem Schnäpschen. Wir erfahren weiter, dass Ende des 17. Jahrhunderts hier die ersten Erdbeeren angepflanzt wurden und dass der Neuengammer Hausdeich die längste Straße Hamburgs ist. Das wiederum wundert mich überhaupt nicht – die Hausnummern gehen hier locker mal bis 500, dafür verläuft man sich auch nicht so leicht, mangels Abbiegemöglichkeiten.

Es wird auch erzählt, dass Anfang des 20. Jahrhunderts hier die Bahnstrecke gebaut wurde, in den 50er-Jahren wurde sie wieder abgeschafft. Ich finde das ja elendig schade, aber ich bin selbstverständlich froh, dass hier jetzt Busse fahren, die einen abends auch zwischen den Haltestellen aussteigen lassen.

Als wir nach anderthalb Stunden wieder am Bahnhof ankommen, hat sich mein Hirn reichlich interessantes sowie unnützes Wissen einverleibt. Die Fahrt war sehr angenehm, es wurde nicht zu viel erzählt und langweilig war es auch nicht, obwohl wir als Vierlandenbewohner die Strecken ja schon kannten. Die Kinder (5 und 6) sind ebenfalls begeistert, und das ist bei so einer langen Tour keineswegs selbstverständlich.

Fazit also: immer wieder!

Gesa Füßle


Hier erfahrt ihr mehr über unsere Gastbloggerin Gesa

Übrigens: Es gibt nur noch wenige Restkarten für die Oldtimer-Touren! Noch 6 Termine stehen 2016 an: 2 x im Juni und 4 x im September. Wer noch Karten möchte, muss sich beeilen, denn auch im September ist schon fast alles ausgebucht.

Alle Infos zu den Touren bekommt ihr hier

 

Fotos: Gesa Füßle

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