Jede Menge Bakterien bei der VHH

Bei uns sind Bakterien immer willkommen – vorausgesetzt natürlich, sie sind nützlich! Deshalb geht es hier nicht um die Bakterien, die besonders in der kalten Jahreszeit für Schnupfen und Husten sorgen, sondern um hilfreiche Mikroorganismen. Unsere Praktikantin Madeleine Schlesselmann hat sich auf die Suche nach den Bakterien gemacht, die auf den VHH-Busbetriebshöfen unsere Arbeit unterstützen. Fündig geworden ist Madeleine in der Wasseraufbereitungsanlage auf dem Betriebshof in Schenefeld. Hier traf sie Betriebshandwerker Uwe Weber zum Interview.


 

Das Brauchwasser von der Buswaschanlage der VHH wird in die Wasseraufbereitungsanlage geleitet

Das Brauchwasser von der Buswaschanlage wird in die Wasseraufbereitungsanlage geleitet

 

Uwe, was ist überhaupt eine Wasseraufbereitungsanlage und seit wann nutzt die VHH so etwas?

Uwe Weber: Das ist eine Anlage, in der das Wasser, je nach Bedarf, aufbereitet wird. Das funktioniert für Trinkwasser, aber auch für Abwasser. Die Systeme sind jedoch unterschiedlich, es gibt z.B. die Möglichkeit des physikalischen oder chemischen Systems der Wasseraufbereitung. Und es gibt das biologische Verfahren mit Mikroorganismen, welches wir auch in unseren Anlagen bei der VHH anwenden.

Unsere Anlage in Schenefeld haben wir seit 2003 und auch auf den anderen Betriebshöfen wird so das Wasser gereinigt. Wir hatten vorher zwar auch schon eine Anlage, welche aber mithilfe eines chemischen Stoffes das Wasser aufbereitete. Das war dadurch viel mehr Arbeitsaufwand sie zu reinigen und die neue Anlage ist dazu noch umweltschonender.

 

Die VHH nutzt für die Wasseraufbereitung also das biologiswche Verfahren. Was passiert da genau?

UW: Insgesamt sind es drei Abläufe, in denen sämtliche anfallenden Abwässer aus der Buswaschanlage wieder gereinigt werden. Als erstes wird eine mechanische Vorklärung vorgenommen, in der zuerst das Abwasser beruhigt wird und sich die groben Verschmutzungen in einem Schlammfang absetzen können. Der kleinere Dreck, wie z.B. Blätter, wird mit einem leicht zu reinigenden Sieb zurück gehalten. Im zweiten Schritt ist in einem nachfolgenden Becken ein Belüftungssystem angebracht, durch welches, je nach Bedarf, gelöster Sauerstoff in das Wasser gegeben wird. Dieser aktiviert kleine Besiedelunskörperchen (u.a. nützliche Bakterien und Algen), die einen Biofilm bilden, welcher die gelösten Inhaltsstoffe im Wasser entfernt. Zum Schluss läuft das Wasser in das letzte Reinigungsbecken, in dem eine letzte Nachklärung durch Lamellen-Körper erfolgt, welche auch noch die letzten übrig gebliebenen Inhaltsstoffe reinigen. Das nun saubere  Wasser kommt dann in eine extra Brauchwasser-Vorlage, wo es mittels Pumpen wieder entnommen werden kann.

 

In Schritt 2 reinigen viele nützliche Mikroorganismen, u.a. Bakterien und Algen, das Schmutzwasser aus der VHH-Buswaschanlage

In Schritt 2 reinigen viele nützliche Mikroorganismen, u.a. Bakterien und Algen, das Schmutzwasser

 

Und was passiert mit den Resten, die aus dem Wasser gefiltert wurden?

UW: Der entstandene Schlamm wird in die mechanische Vorklärung zurück geführt und wird dort bis zur nächsten Entsorgung gespeichert.

 

Entsteht durch den Prozess in der Wasseraufbereitungsanlage eigentlich Trinkwasser?

UW: Nein, wir gewinnen lediglich Brauchwasser mit dieser Anlage. Wir benutzen diese Anlage auch nur für die Buswaschanlage, da das hier benutzte Wasser dann in einem Kreislauf immer wieder verwendet werden kann.

 

Der Umweltaspekt steht dabei für die VHH wahrscheinlich im Vordergrund, oder?

UW: Ja, definitiv. Unsere Wasseraufbereitungsanlage spart bis zu 95% Trinkwasser, auf welches man so ja nicht mehr zurück greifen muss. Und selbst wenn mal zu wenig Wasser verbraucht werden würde, holt die Anlage sich neues Wasser aus unserem Regenwasserspeicher, den wir hier auch bei der VHH haben. Somit spart man nicht nur Wasser, auch die Kosten werden zurückgeschraubt. Besser geht es nicht, würde ich sagen

Vielen Dank für das Interview!

 

Viele Grüße
Madeleine Schlesselmann

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