Video: Rolf erklärt – Teil 22

Das Thema Elektromobilität ist aktuell wie nie zuvor. Dabei gibt es einige Systeme schon seit vielen Jahren – doch insbesondere bei batterie-elektrischen Bussen ist der Markt noch recht jung. In der aktuellen Folge von „Rolf erklärt“ geht es diesmal um verschiedene Bussysteme…

 

Teil 22 – Rolf erklärt die Eigenschaften verschiedener Elektro-Bussysteme

Zum Mitlesen:

Moin, Moin. Heute ist mal wieder Zeit für ein kleines „Rolf erklärt“-Video. Schwerpunkt ist diesmal wieder die Elektromobilität. Wir schauen uns mal ein bisschen genauer die Fahrzeuge bzw. die Fahrzeugsysteme an.

Der Markt der Elektrobusse ist ein recht junger Markt. Viele kleine Hersteller tummeln sich hier, aber auch die großen Fahrzeughersteller haben erkannt, dass die Verkehrsunternehmen einen Bedarf haben an Elektrobussen. Und so hat sich in den letzten Jahren viel entwickelt, es gibt viele Konzepte. Kleinhersteller haben schon die ersten Testfahrzeuge entwickelt und die großen Hersteller sind dabei, Fahrzeuge zu entwickeln, die in Kürze serienreif sein sollen.

Elektrobusse gibt es aber eigentlich schon sehr viel länger. Vielleicht habt ihr schon mal davon gehört: Es gibt die Oberleitungsbusse, bzw. kurz O-Busse genannt. Die Busse haben eine Stange auf dem Dach, den sogenannten Stromabnehmer. Damit bezieht der Bus seine Energie aus einer Oberleitung, die entlang der Strecke gespannt ist. Oberleitungsbusse haben sich in Deutschland nie so durchgesetzt. Vielleicht liegt das an der Unflexibilität, denn wo ein Fahrdraht fehlt, kann ein O-Bus nicht fahren. Umgekehrt muss man natürlich auch bedenken, dass so eine Oberleitunsganlage recht kostenintensiv ist.

In den letzten Jahren ist ja nun viel Entwicklung reingekommen bei den Elektrobussen, und zwar genauer genommen bei den Batteriebussen. Auch hier gibt es wieder verschiedene Systeme. Da gibt es Busse, die haben einen zentralen Motor für den Antrieb, es gibt auch Busse, die haben radnahe Motoren. Und auch bei der Ladung gibt es Unterschiede. Da gibt es Busse, die werden an der Strecke geladen, und es gibt Busse, die nur einmal über Nacht geladen werden.

Ihr kennt vielleicht unsere Rampinis, die in Blankenese fahren. Das sind zwei Elektrobusse, die wir dort seit einigen Jahren einsetzen und die auch schon rund 100.000 km erfolgreich abgespult haben. Wir haben auch unsere Elektro-Gelenkbusse, die wir jetzt u.a. auf der Linie 3 im Betrieb erproben. Das sind Busse, die über Nacht auf dem Betriebshof geladen werden, die aber auch an den Endhaltestellen nachgeladen werden müssen, und zwar in den jeweiligen Pausen. Dafür haben wir in Blankenese eine Ladestation wo der Bus per Steckverbindung angeschlossen wird. Und wir haben bei den Elektro-Gelenkbussen die Lademasten in Rothenburgsort und in Bahrenfeld, wo die Busse tagsüber entsprechend nachladen können.

Diese Busse haben keine besonders große Reichweite, im Vergleich zu den E-Bussen, die über Nacht geladen werden. Bei der Übernacht-Ladung, wie der Name schon sagt, wird die Batterie des Fahrzeugs über Nacht aufgefüllt. Dann kann der Bus den ganzen Tag mit dieser Ladung unterwegs sein. Der Vorteil dieses Systems ist, dass man natürlich an der Strecke nicht viel für die Lademasten investieren muss. Man spart also die Lademasten an der Stecke und muss nur die Betriebshöfe entsprechend vorbeteiten, dass die in der Lage sind, nachts alle Elektrobusse zu versorgen, die dann da parken und geladen werden wollen.

Das aber ist schon fast ein eigenes Kapitel und deshalb machen wir da beim nächsten Mal weiter. Fortssetzungen müssen manchmal leider sein…

Viele Grüße von eurem VHH-Video-Team,
Angelika und Rolf

Mehr von Rolf:

⇒ Alle Folgen Rolf erklärt

2 Antworten auf „Video: Rolf erklärt – Teil 22“

  1. Hallo Rolf,
    Aus deiner neuen Folge Rolf Erklärt muss ich Dir in einem Punkt leider widersprechen. Der Oberleitungsbus hat nicht nur einen Stromabnehmer auf dem Dach, sondern 2. Einmal den +Pol und einem den -Pol weil der Bus ja nicht auf Schienen fährt.
    Dann ist deine Aussage nicht korrekt das der O-Bus nur dort Fahren kann wo auch die Oberleitung verlegt sind. Die heutige Generation kann sehr gut sogar Teilstrecken ohne Fahrleitung Bewältigen. Das mit dem Durchsetzen ist nur eine Sache zwischen Politik und Industrie. Es ist wie damals bei der Abschaffung der Straßenbahn. Diese passte nicht in die Politisch gewollte Autogerechte Stadt so das der O-Bus auch keine Chance mehr auf dem Deutschen ÖPNV Markt hat.
    Dieses finde ich vom Hamburger Senat auch sehr Traurig das alle anderen Bussysteme eine Chance bekommen haben, bis auf den O-Bus der meiner Meinung nach immer noch den anderen im Vorteil ist. Er ist zwar nicht mehr Innovativ aber dafür sehr Effektiv. Dieses wurde den Hamburgern in allen Medien ob TV oder den Printmedien verschwiegen.

    1. Hallo Thorsten,

      klar du hast ja völlig recht. Mit einem Stromabnehmer kommt man beim O-Bus nicht weit. So, wie du für den Stromabnehmer zwei Stangen brauchst, muss die Oberleitung natürlich auch zwei Fahrdrähte haben. Danke für den Hinweis. 🙂

      Dass O-Busse inzwischen auch Distanzen ohne Fahrdraht überbrücken können, stimmt (inzwischen). Allerdings waren die Systeme in der Vergangenheit dafür nicht ausgelegt.

      Tatsache bleibt jedoch: In der Bundesrepublik haben sich diese Systeme nicht durchsetzen können. Selbst, als für Hamburg eine Stadtbahn geplant war, gab es schon Diskussionen über den einen Fahrdraht, den die Tram benötigt hätte. Fraglich ob man eine noch aufwendigere Oberleitung für O-Busse hätte durchsetzen können. Insoweit spricht derzeit einiges für Batteriebusse, die zumindest keine Streckeninfastruktur brauchen.

      Viele Grüße Rolf

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.