Video: Rolf erklärt, Teil 27 – Flankenschäden bei Reifen

Ein Busreifen schafft im Idealfall bis zu 120.000 km. Die Werkstatt achtet dabei immer darauf, ob ein Reifen noch ausreichend Profil hat, um sicher fahren zu können. Doch bei Beschädigungen muss die Werkstatt Reifen eher austauschen – auch wenn das Profil noch in Ordnung ist. Ein Flankenschaden kann der Grund für einen verfrühten Reifentausch sein. Im aktuellen Video erklärt Rolf, wie es bei Busreifen zu Flankenschäden kommen kann und was man dagegen unternommen hat, um dem vorzubeugen…

 

Teil 27 – Rolf erklärt die Ursache von Flankenschäden bei Busreifen

 

Zum Mitlesen:

Moin! Heute ist mal wieder Zeit für ein „Rolf erklärt“-Video. Wir haben uns schwerpunktmäßig auf die Technik festgelegt, nämlich auf die Busreifen. Jeder Bus braucht Reifen, ein 12 m Stadtbus zum Beispiel hat gleich 6 davon. Neue Reifen haben eine Profiltiefe von bis zu 21 mm. Mit diesen 21 mm können sie eine Laufleistung von bis zu 120.000 km erzielen. Das ist natürlich eine ganze Menge. Diese Laufleistung erreichen sie aber nur, wenn zwischendurch nichts mit ihnen passiert. Das ist bei diesem Exemplar, das noch locker 10 mm Profiltiefe hat, passiert. Und zwar ist hier ein sogenannter Flankenschaden aufgetreten.

Die Flanken, das sind die Seiten des Reifens. Und bei dem Beispiel sehen wir, dass die Seitenflächen des Reifens schon recht angegriffen sind. Das passiert in der Regel, wenn der Bus beim An- oder Abfahren oder in Kurven am Kantstein „radiert“. Der Reifen nimmt dann seitlich Schaden und ist ein Fall für die Werkstatt.

Normalerweise sind unsere Linienwege alle so ausgelegt, dass man gut mit dem Bus dort fahren kann. Im Vorwege wird auf den Linien immer getestet, dass man auch enge Ecken mit dem Bus gut umfahren kann. Bevor wir also eine neue Linie in Betrieb nehmen, wird geprüft, ob ein Bus dort gut durchkommt. Im Normalfall ist das kein Problem. Aber wie das im Verkehr manchmal so ist: Es gibt auch Leute, die sich mit ihrem Auto ziemlich unpassend hinstellen. Das Falschparken kann an einer Bushaltestelle passieren, oder dass die Autos so abgestellt werden, dass sie zu weit in einen Kreuzungsbereich hineinragen. Unser Bus muss dann weit ausholen oder ein bisschen enger fahren – und schon passiert es: der Reifen reibt am Kantstein.

An den Haltestellen ist das Falschparken besonders ärgerlich, denn das wird nicht nur zum Problem für unsere Reifen, sondern geht auch auf Kosten unserer Fahrgäste. Denn der Bus soll ja nah am Kantstein stehen, das kann er aber nicht, wenn ein PKW zu weit im Haltestellenbereich parkt. Im schlimmsten Fall können dann Menschen, die in ihrer Mobilität eingeschränkt sind, nicht mehr ein- oder aussteigen. Aber es ist eine Geschichte mit Happy End. in den letzten Jahren hat sich hier eine ganze Menge getan. Viele Bushaltestellen in der Metropolregion Hamburg wurden umgebaut und haben sogenannte Kasseler Sonderbords erhalten.

Früher war das Motto für unsere Fahrerinnen und Fahrer, wenn sie an die Bushaltestellen heranfuhren: Bleib weg vom Kantstein. Das war die Goldene Regel. Klar, man wollte ja die Reifen schonen. Bei den Kasseler Sonderbords, den neuen Kantsteinen, ist es aber so, dass die Reifen sogar dicht anfahren sollen. Man sieht, der Kantstein ist abgerundet. Dadurch nehmen die Reifen keinen Schaden, wenn der Bus nah an die Haltestelle fährt. Also, es ist eine Geschichte mit Happy End. So ist das manchmal.

 

Viele Grüße von eurem VHH-Video-Team,
Angelika und Rolf

 


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